Nordmazedonien – Klettern in Demir Kapija

Einreise nach Nordmazedonien heißt gleichzeitig auch wieder raus aus der EU. Und damit auch, dass uns der erste Weg im Land zur nächsten Tankstelle führt um eine lokale Daten-SIM-Karte für eines unserer Handys zu kaufen – ohne mobile Daten und Google Maps wären wir aufgeschmissen! Das Tolle ist, dass man gleich das Rundum-sorglos-Paket bekommt: die SIM-Karte wird nicht nur verkauft, sondern auch gleich eingelegt und aktiviert. Aufgrund der fehlenden Sprachkenntnisse für uns sonst fast ein Ding der Unmöglichkeit… Bei der Gelegenheit wollten wir auch gleich noch eine kleine Menge Bargeld abheben – die Landeswährung sind Mazedonische Denar (MKD). Nach mehreren erfolglosen Versuchen am Geldautomat fragten wir die Angestellte um Hilfe. Es stellte sich heraus, dass der Automat einfach leer war. Für sie scheinbar nichts Besonderes, für uns mehr als ungewöhnlich 😀  

Tatsächlich ist es aber auch nicht unbedingt nötig, Mazedonische Denar zu haben. Selbst im kleinsten Dorfladen kann mit Euro gezahlt werden und es wird eine Lösung gefunden. So wurde uns z.B. bei einem Obst- und Gemüsehändler das Wechselgeld einfach in Form von Äpfeln ausbezahlt 😉 

Unser erstes Ziel war das Rock Land Camp in der Nähe von Demir Kapija. Ein Klettercamp, also vielmehr Stellplätze und einfache Sanitäranlagen im Garten von Alex, einem über Thailand in Nordmazedonien gestrandeten Kasachen. Alex versorgte uns mit reichlich Infos und Empfehlungen zu den umliegenden Klettergebieten, in denen er vor ein paar Jahren auch selbst einen Teil der Routen eingebohrt hatte. Neben der Ziege und dem Esel des Nachbars hatten wir während unseres Aufenthalts die beste Gesellschaft überhaupt: „unsere“ Chiara ❤ So hatten wir sie zumindest genannt. Ein Straßenhund, der im Camp nicht von unserer Seite wich, unter unserem Auto schlief und uns auf Schritt und Tritt begleitete. 

Wir verbrachten einige Klettertage in Demir Kapija Canyon, einem toll angelegten Klettergebiet in der dortigen Schlucht. Vom Camp aus kann man die Felsen zu Fuß erreichen. Da man hierfür jedoch ohne wirklichen Gehsteig neben LKWs durch einen Tunnel muss, entschieden wir uns nach dem Auskundschaften doch für das Auto 😉

Nicht nur Alex, sondern allgemein die mazedonische Bevölkerung zeigte sich uns gegenüber unglaublich herzlich, hilfsbereit und gastfreundlich. So wurden wir von den heimischen Kletterern ganz selbstverständlich beim Abendessen mit an ihren Tisch eingeladen und sogar am Supermarktparkplatz von Fremden mit Reisetipps versorgt. Wahrscheinlich ist nicht nur für uns Nordmazedonien, sondern sind auch wir mit unserem Auto für die Einheimischen ein kleines Erlebnis 😉  

Es stellte sich sogar noch heraus, dass Deutschland in der Vergangenheit des Dorfs Demir Kapija eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat. So ließ nicht nur Kaiser Wilhelm II den ersten Tunnel durch das bis dahin unpassierbare Bergmassiv bauen, sondern auch Teile der Straßen und Brücken sollen mit deutscher Unterstützung entstanden sein. 

2 Kommentare zu „Nordmazedonien – Klettern in Demir Kapija

  1. Danke für die Eindrücke aus N Mazedonien, interessantes Land, je weniger die Menschen haben, umso größer ist die Gastfreundschaft. Haben wir auch schon so erfahren. Schöne Grüße von Willi und Roswitha.

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