
Nachdem uns mehrfach dazu geraten wurde, verlängerten wir den geplanten Aufenthalt in Nordmazedonien um einen Umweg über den Ohridsee zu machen. Beim Ohridsee handelt es sich um einen der ältesten und tiefsten Seen der Welt. Er liegt auf über 600 Metern Höhe und wird von unterirdischen Quellen gespeist. Der Ohridsee gehört zum größeren Teil zu Nordmazedonien, dessen größtes Gewässer er ist, zum kleineren Teil zu Albanien. Anfang Oktober waren die Ortschaften und Strände entlang des Sees größtenteils ausgestorben. Wir nutzten das bessere Wetter für einen Klettertag mit direktem Zugang zum See – zum Baden war es uns aber trotzdem zu kalt – und ließen uns auch den bekannten Ohridkarpfen nicht entgehen.

Verlassene Strände am Ohridsee 
Blick auf Ohrid 
Campingplatz am Ohridsee 
Klettergebiet Desaret 
Blick vom Felsen auf den See 
Im Hintergrund: der Ohridkarpfen
Der nächste Halt führte uns nach Skopje, die Haupstadt Nordmazedoniens. Wow, was für eine spektakuläre Stadt! Die türkisch prägte Altstadt (hier lebt ein Großteil der Albaner, Türken und Roma) und die Oberstadt, in der vornehmlich slawisch geprägte Mazedonier leben, werden durch den Fluss Vardar getrennt. Diese Trennung zeigt sich nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch in der Architektur.
Die nördlich gelegene Altstadt zentriert sich um das alte Marktviertel Stara Čaršija und den berühmten Bit Bazar (alter Bazar). Die dort zu findende Art von Läden für Gold- und Silberschmuck und Stände mit (gefälschten) Sport- und Markenprodukten, Obst, Gemüse, Gewürzen und allerlei Gemischtwaren begegnete uns selbst in den kleinsten Städten Nordmazedoniens.
Die Oberstadt ist geprägt durch das Großprojekt Skopje 2014, mit dem der Innenstadtbereich komplett erneuert wurde. Es entstand dabei eine Vielzahl an Prunkbauten, die sich entlang des Flusses Vardar aneinander reihen und die teilweise verdächtig an andere weltweite Wahrzeichen erinnern. In unserem Reiseführer heißt es dazu ganz passend: „Nirgendwo in Europa findet man so viele bemerkenswerte Bauwerke brutalistischer Architektur.“

Eingang zum Marktviertel 
Schmuckläden 
Markthalle 
Gemischtwarenhändler in der Markthalle 
Friseurläden in der Altstadt 
(Kriegs-) Souvenirladen 
Ploštad Makedonija: Hauptplatz des neuen Stadtzentrums 

Steinerne Brücke über den Vardar 
Blick von der Steinernen Brücke 
Augenbrücke 
Archäologisches Museum 
Schiffrestaurant und Angler am Vardar 
Blick auf die Oberstadt von der Festung Kale aus 
Nicht Arc de Triomphe, sondern Porta Makedonija 
Regierungssitz in Anlehnung an das weiße Haus 
Und auch die Busse kommen uns bekannt vor 
Skopje bei Nacht von unserem Hotelzimmer aus
Weiter ging die Fahrt in Land Nummer 6 seit Beginn unserer Reise: dem Kosovo. Und zum ersten Mal reichen Ausweise, grüne Versicherungskarte und CovPass App nicht aus um in das Land einzureisen. Der Kosovo erkennt als eines der wenigen Länder in Europa die grüne Versicherungskarte nicht an, es muss an der Grenze eine eigene Versicherung (15 Euro – auch der Kosovo verwendet wie Montenegro, obwohl nicht in der EU, den Euro als Währung) für das Auto abgeschlossen werden. Bereits im Verkaufshäuschen fällt uns das auf, was uns im Nachhinein mit am Deutlichsten in Erinnerung geblieben ist: es wird immer und überall geraucht. Wir hatten tatsächlich schon fast vergessen, wie es ist mit tränenden Augen in geschlossenen Räumen zu sitzen und nach Rauch stinkende Haare und Klamotten zu haben.
Wir blieben eine Nacht in Peja und deckten uns auf dem dortigen Basar mit warmen Hoodies von Nike, Adidas und The North Face ein – auf einstellige Temperaturen waren wir nicht vorbereitet. Mal schauen, was davon nach der ersten Wäsche noch übrig ist 😉

Versicherungsschein für das Auto 
Bazaar of Peja 
Traditionelle Mode 
Metzger 
Kreative Namen für Geschäfte … 
… und Restaurants
Von unserem Ziel Bosnien und Herzegowina trennte uns noch 1 Land, 330 km und ca. 6 Stunden Fahrt. Diese führen nahezu komplett durch die Berge und Nationalparks des Norden Montenegros – ein einzigartiges Erlebnis mit spektakulären Aussichten. Das Gebiet ist so gut wie nicht besiedelt, die wenigen Bewohner verdienen ihren Lebensunterhalt meist seit Generationen mit Landwirtschaft und Viehzucht. In den letzten Jahren nimmt jedoch auch der Tourismus an Bedeutung zu. Dies zeigte sich vor allem bei der Tara-Schlucht, einer der top Sehenswürdigkeiten Montenegros. Entlang der Straßen in der Umgebung reihen sich Bauprojekte für Ferienhaussiedlungen aneinander. Dieser für uns bisher noch unbekannte Teil Montenegros ist definitiv nochmal einen längeren Besuch wert!

Tara-Brücke 
Ferienhaussiedlung 
Rush hour im Durmitor-Gebirge