
Angekommen in Ella hatten wir das Gefühl, mal wieder richtig durchatmen zu können. Das lag zum einen daran, dass in dem Bergort (Ella liegt auf einer Höhe von rund 1.000 m) die Luft deutlich kühler und weit weniger versmogt als im restlichen Land war, zum anderen aber auch an Ella selbst, wo sich hauptsächlich Backpacker tummeln und die Straßen von Rasta Bars und der entsprechend entspannten Atmosphäre geprägt sind.
Von unserem Homestay aus wanderten wir auf den Ella Rock, eine etwa 10 km lange Wanderung, die schon abenteuerlich beginnt. Die ersten 2 km führen nicht etwa auf einem Wanderweg, sondern einfach über die (aktiven) Bahnschienen, die in Sri Lanka von den Einheimischen als ganz normaler Fußweg genutzt werden. Ankommende Züge kündigen sich mit Hupen an, auf das man schnell ins Bankett ausweichen kann 🙂
Bei der Onlinerecherche über die Wanderung hatten wir öfter davon gelesen, dass Einheimische entlang der Strecke Touristen abpassen, um ihnen weiszumachen, dass sie falsch seien und ihnen dann – natürlich für eine kleine „Spende“ – den richtigen Weg zu weisen. So ganz konnten wir das nicht glauben, bis uns dann, obwohl wir vollkommen richtig waren, genau das Beschriebene passiert ist. Gut, dass wir gewarnt waren und das Geschäftsmodell in Zeiten von Google Maps nicht mehr ganz so gut funktioniert 😉 Leider sind uns solche Situationen in Sri Lanka relativ häufig begegnet, weshalb wir uns bei (Hilfs-) Angeboten von Einheimischen eine gewisse Grundskepsis angewöhnten. Das wiederum ist eigentlich schade, da wir hier gleichzeitig auch einige der liebenswertesten und hilfsbereitesten Menschen getroffen haben.
Weiter ging unsere Wanderung durch Teeplantagen und Eukalyptuswälder bis hoch zum Gipfel mit fantastischem Ausblick auf Ella und die Umgebung.









Auch am nächsten Tag zog es uns auf einen der umliegenden Berge. Diesmal bestiegen wir den Little Adam’s Peak. Am Gipfel bietet sich ein toller Blick auf den gegenüberliegenden Ella Rock.



Eine der Hauptattraktionen in Ella ist die Nine Arches Bridge. Hunderte von Menschen kommen täglich zu dieser um das perfekte Foto zu schießen. Dazu passen sie den Moment ab, wenn gerade ein Zug über die Brücke fährt. Bei circa 5 Zügen am Tag und sehr flexiblen Ankunftszeiten kann das mit einer beträchtlichen Wartezeit verbunden sein. Uns war es das nicht wert aber wie der Zufall so wollte, kam tatsächlich kurz nach unserer Ankunft einer der heiß begehrten Züge! Uns persönlich gefielen am Ende die Bilder ohne Zug ja sogar besser als die mit…



Nächstes Ziel unserer Reise durch Sri Lanka sollten die Strände an der Südküste des Landes werden. Auf der rund 200 km langen Fahrt machten wir einen Zwischenstopp im Udawalawe Nationalpark. Bei einer Jeep Safari konnten wir nicht nur asiatische Elefanten, sondern auch Pfaue, Krokodile und etliche einheimische Kleintiere aus nächster Nähe bewundern.









Und dann war es endlich da: das Meer! Besser gesagt der indische Ozean. Mit schier endlosen Sandstränden, Badewannen warmem Wasser und mannshohen Wellen, die zum Baden und Tollen einladen. Oder einen einfach umschmeißen 😉
Wir suchten uns eine Unterkunft im Badeort Mirissa und waren so begeistert, dass wir gleich für 5 Nächte dort blieben. Am Abend wurden die Strandliegen gegen Tische und Stühle ausgetauscht und die Fischfänge des Tages vor den Lokalen ausgebreitet. Für Michi ein Schlaraffenland und eine allabendliche Qual der Wahl.









Ein Verkehrsmittel fehlte uns noch in Sri Lanka: der Bus. Diese sind immer und überall auf den Straßen zu finden und fallen nicht nur durch ihre bunte Bemalung, sondern hauptsächlich auch durch wildes Hupen und ihre rabiate Fahrweise auf. Eines muss man im Straßenverkehr in Sri Lanka wissen: Busse haben IMMER Vorfahrt! Wir sprangen also in einen der Busse – die Mühe anzuhalten machen sich Busfahrer mal weniger und mal mehr – um im benachbarten Koggala die berühmten Stelzenfischer zu sehen, eines der Wahrzeichen Sri Lankas. Mittlerweile wird diese Art des Fischens jedoch nicht mehr aktiv betrieben, sondern lediglich für Touristen nachgestellt.






Vorerst letzte Station in Sri Lanka sollte der Küstenort Galle werden. Das Stadtbild ist geprägt von der von den Niederländern errichteten Festung Galle, die man auf einer knapp 3 km langen Wallanlage umrunden kann. Wir suchten uns eine Unterkunft inmitten der Anlage und fühlten uns beim Schlendern durch die Gassen mit im Kolonialstil errichteten Häusern fast wieder nach Europa zurück versetzt. Was für eine Überraschung mitten in Asien! 😀








