
Das Bild oben zeigt den Blick auf Tonsai bei der Einfahrt mit dem Longtailboot. Und nach 5 Wochen, die wir nun schon hier leben, kommt bei dem Anblick bei uns tatsächlich ein Gefühl von nach Hause kommen auf.
Auch ohne Verpflichtungen und Termine haben wir hier mittlerweile so etwas wie einen geregelten Tagesablauf: Aufstehen um 7 Uhr, Frühstück und dann so schnell wie möglich zum Klettern. Klettern bis 14 Uhr, danach Baden im Meer, Mittagessen und anschließend erstmal Ausruhen. Gegen Abend gesellen uns meist zu den übrigen Kletterern an den Strand bzw. die Bar, bewundern den Sonnenuntergang und gehen zum Abendessen in eines der Lokale hier.
Man könnte fast meinen, Michi sehnt sich nach seinem gewohnten Schultagesrythmus 😉 Schuld ist an unserem Zeitplan aber tatsächlich die Sonne. Diese scheint ab dem frühen Nachmittag in die besten Wände und macht Klettern ab dann unmöglich. Erschwert wird die Fels- und Routenauswahl zusätzlich noch durch die stark ausgeprägten Gezeiten. Der Tidenhub, der Unterschied zwischen dem untersten und obersten Pegelstand, beträgt hier bis zu 3 Metern. Man muss also durchaus aufpassen, dass man beim Sichern nicht auf einmal im Wasser steht!
An den Wochenenden werden gemeinsame Filmabende veranstaltet oder Livemusik gespielt. Bei knapp 20 Mann, die alle wie wir für mehrere Wochen oder Monate bleiben, herrscht eine fast familiäre Atmosphäre. Nur ein Wochenende wurde es voll in unserem Paradies: für ein Musikfestival reisten etliche Bands und ein paar hundert Asiaten mit zahlreichen Paletten Bier an, um drei Tage lang durchzufeiern. Eine willkommene Abwechslung aber am Ende waren wir doch froh, „unser“ Tonsai wieder für uns alleine zu haben.









Eine der Hauptattraktionen in der Gegend hier ist der Tiger Cave Tempel, ein buddhistischer Tempel, der bekannt ist für die große Buddha Statue auf dem Gipfel und die steilen Stufen, die auf diesen hinauf führen. Insgesamt gilt es 1.260 Stufen mit stark variierenden Stufenhöhen von bis zu einem halben Meter zu erklimmen – und unterwegs noch den Affen auszuweichen, die darauf lauern, den Touristen Essbares zu stibitzen. Sagen wir es mal so, Chrissi hatte mehr Respekt vor den Affen als anders herum 😉 Bei über 30 Grad und einer Luftfeuchte von 80% führte der 60 minütige Aufstieg zu nicht endend wollenden Schweißausbrüchen, die jedoch mit einem atemberaubenden Ausblick vom Gipfel entschädigt wurden.






Etwas turbulenter als bei uns in Tonsai geht es mittlerweile in der Nachbarbucht Railay zu. In den letzten Wochen war dort ein deutlicher Touristenanstieg zu bemerken. Die Restaurants und Bars sind wieder gut besucht und zum Sonnenuntergang reiht sich Strandmatte an Strandmatte. Das Klientel dort ist ganz unterschiedlich. Vertreten sind sowohl Pauschal-, als auch Rucksacktouristen, Familien mit kleinen Kindern, ältere Ehepaare und natürlich auch Gruppen von jungen (britischen) Erwachsenen auf der Suche nach Party und Rausch. Möglichkeiten dazu gibt es hier diverse. In eigentlich allen Bars werden ganz offen nicht nur alkoholische Getränke, sondern auch zum Beispiel Cannabisprodukte in Form von Joints und Brownies oder halluzinogene Pilze als Shakes angeboten.




An unserem ersten Hochzeitstag gönnten wir uns ein ganz besonderes Erlebnis: wir buchten die 7 Islands Sunset Tour inklusive Schnorcheln, dem Besuch mehrerer Inseln und einem Barbecue am Strand bei Sonnenuntergang. Aufgrund starken Wellengangs war die Sicht beim Schnorcheln leider eher nicht so gut. Nichts desto Trotz gab sich unser Guide die allergrößte Mühe, uns zu den angeblich sichtbaren Korallen zu lotsen. Als dann jedoch immer mehr Quallen um uns auftauchten, lehnten wir doch lieber dankend ab und retteten uns auf schnellstem Weg zurück aufs Boot. Auch nach mehrfachem Nachzählen kommen wir nach wir vor auf 4 und nicht 7 Inseln, die wir im Laufe des Nachmittags ansteuerten. Diese waren dafür aber umso spektakulärer und das Erlebnis, ganz alleine bei Sonnenuntergang auf einer einsamen Insel zu sein, unbezahlbar. Als Abschluss stand noch das bei Dunkelheit leuchtende Plankton auf dem Programm. Allerdings hatte komischerweise keiner der Teilnehmer Lust, bei Sturm und rauer See durch ein nahendes Gewitter vom Boot ins Wasser zu springen um dieses zu suchen. Wir wagen ja auch zu bezweifeln, dass die Suche tatsächlich von Erfolg gekrönt worden wäre, sondern vermuten, dass das Angebot eher aus Pflichtbewusstsein (oder Verzweiflung) des Guides erfolgt war 😉









Auch wenn wir hier unser kleines Paradies gefunden haben, ist es für uns langsam an der Zeit, weiter zu ziehen. Unsere Körper sind erschöpft vom vielen Klettern und die Lust auf neue Abenteuer und eine andere Umgebung wächst. Wir sind selbst noch gespannt, von wo wir euch als nächstes berichten werden 😉