Traumstrände und Großstadtfeeling in Kambodscha

Will man in Kambodscha größere Strecken zurücklegen, hat man dafür fünf Möglichkeiten: Flugzeug, privates Taxi, Minibus, Bus oder Zug. Die Preise variieren dabei für ca. 300 Kilometer zwischen 10 USD mit Zug oder Minibus, 60 USD für einen Inlandsflug, bis hin zu 100 USD mit Taxi/Uber.

Unsere Reise führte uns weiter quasi einmal komplett durch Kambodscha durch. Wir nahmen den Minibus von Siem Reap nach Phnom Penh und stiegen dort um in den Zug nach Sihanoukville. Wobei das Streckennetz des Zuges nicht ganz unseren gewohnten Vorstellungen entspricht: Es gibt nur etwa 4 Züge, die die größten Städte einmal am Tag miteinander verbinden.

Wir hatten dabei großes Glück: Corona bedingt war der Zugverkehr die letzten zwei Jahre komplett eingestellt, bei unserer Fahrt war der Betrieb erst seit drei Tagen wieder aufgenommen worden. Dementsprechend war die Fahrt nicht nur für uns, sondern auch für die Einheimischen, an deren Häusern wir mit ca. 2 Metern Entfernung vorbei fuhren, ein großes Spektakel. Da sich das Leben der Dorfbewohner auch auf den Gleisen abspielt, kündigte der Zug sich alle hundert Meter mit ohrenbetäubendem Hupen an, was auf eine Dauer von 6 Stunden – für etwa 250 Kilometer, die Züge sind nicht ganz so schnell 😉 – und mit offenem Fenster wirklich anstrengend werden kann.  

In Sihanoukville waren wir nur noch eine einstündige Fährfahrt von unserem Ziel entfernt: der kleinen Insel Koh Rong. Diese wurde uns aufgrund ihrer traumhaften Strände mehrfach empfohlen und was sollen wir sagen, alle Erwartungen wurden mehr als erfüllt! Koh Rong selbst hat nur eine Fläche von ca. 78 km² und ist bis auf wenige einfache Unterkünfte und Resorts kaum bebaut. Erst in den letzten zwei Jahren wurde (finanziert durch chinesische Investoren) ein einfaches Straßennetz aufgebaut, das primär den bereits geplanten Flughafen anbinden soll. Gut für uns, denn so konnten wir auf dem Roller die komplette Insel erkunden. Der Rollerverleih verlief dabei recht unbürokratisch: Von den zwei Rollertaxis, die uns samt Gepäck zu unserem Resort brachten, konnten wir einfach spontan einen für die nächsten Tage behalten 🙂

Besonders für Michi waren die Fahrten auf dem Roller ein besonderes Highlight. Bei der Auswahl der Wege darf – und muss man aufgrund fehlender Straßen – auf Koh Rong flexibel sein. Egal ob auf Teerstraße, Schotterpiste, Singletrail oder Sandstrand, Roller sieht man überall. Was bei nicht ganz so routinierten Touristen auch dazu führen kann, dass man plötzlich in Gelände feststeckt, in dem ein Weiterkommen unmöglich ist. So musste Michi etwa zwei vollbusigen Holländerinnen Hilfestellung leisten, ihre Roller heil einen Schotterberg hochzubekommen 😀

Nach wunderschönen Tagen auf Koh Rong ging es für uns im Minibus zurück in die Zivilisation und die Hauptstadt Kambodschas Phnom Penh. Phnom Penh liegt am Zusammenfluss des Mekong und des Tonlé Sap. Herzstück der Stadt ist die Uferpromenade, die von Parks, Restaurants, Bars und kunstvollen Bauten gesäumt ist. 

Wir besichtigten unter anderem den Königspalast (der leider für Touristen geschlossen war), den Wat Botum Park, der beeindruckend die urbane Seite Phnom Penhs zeigt, den Central Market, eine riesige Markthalle mit unzähligen Ständen mit Gold- und Silberschmuck, gefälschter Markenware, Streetfood und frischen Lebensmitteln, und ließen uns einfach treiben durch die Straßen der Stadt. 

Und natürlich begegneten wir auch den ein oder anderen kulinarischen Spezialitäten wie angebrüteten Eiern, Hühnerfüßen oder auch frittierten Insekten. Bei den meisten von ihnen beschränkten wir uns aber doch lieber aufs Anschauen 😉

Nach 6 Monaten, 2 Kontinenten, 4 Ländern und 52.037 zurückgelegten Kilometern ging am 25. April der nächste Abschnitt unserer Reise zu Ende. Nach 17 Stunden Flug und 3 Stunden Zug wurden wir schon von Michis Eltern am Bahnhof in Bayreuth erwartet. 

Für uns geht es jetzt schnell wieder weiter in unserem Bus – Deutschland ist einfach viel zu kalt 😀

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