Nordmazedonien – Auf den Spuren von König Marko

 

Tja, und dann war er da, der Herbst 😦 Mit 15 Grad und 3 Tagen Dauerregen. Um nicht im Bus zu versauern nahmen wir uns für 4 Nächte eine Ferienwohnung in Makedonski Brod, einem kleinen Ort in der Nähe von Prilep. Perfekt zum Einmummeln (Jogginganzug dafür mussten wir uns erst noch beim Straßenhändler unseres Vertrauens besorgen: Zweiteiler von Adidas, frisch aus der Türkei, good quality, 20€ 😀 ), Wäsche waschen und Pläne für die nächsten wärmeren Ziele auf unserer Reise schmieden.

Um dann doch mal raus zu kommen, besuchten wir die kulturellen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Und es hat sich mal wieder sowas von gelohnt!

Im 14. Jahrhundert herrschte in Westmazedonien um Prilep König Marko. Nordwestlich über den Dächern von Prilep befindet sich Markovi Kuli oder Markos Türme, eine alte Burgruine, von der sich ein spektakulärer Ausblick auf Prilep und die Umgebung bietet. Der Legende nach hat Marko für zwei seiner Schwestern Wohnsitze in der Nähe von Makedonski Brod errichten lassen: Deva lebte in Devini Kuli (Deva’s Towers) und Peshna in einer Festung am Eingang einer Höhle (Peshna Cave). Kommunizieren konnten die beiden über den Fluss Treska hinweg mithilfe des Echos in der Höhle. Peshna Cave wurde von der New York Times als exaktes Abbild der Höhlen in Herr der Ringe bezeichnet. Also wir haben extra den Film geschaut und keine ähnliche Höhle gesehen. Wer sich hier besser auskennt und uns aufklären kann, schreibt es bitte sehr gerne in die Kommentare 😀

Bei allen drei Sehenswürdigkeiten hatten wir das Gefühl, dass sie vor Jahren touristisch erschlossen wurden, mittlerweile aber eher verkommen und nahezu unbesucht sind. Unserer Meinung nach völlig zu Unrecht, denn für uns waren sie definitiv unter den Highlights unserer Reise!

Überregional bekannt ist Prilep als Hauptstadt des Tabaks, eines der wichtigsten Exportprodukte Nordmazedoniens. Außerhalb der Stadt sind die Straßen gesäumt mit Tabakfeldern und vor den Häusern wird der Tabak in großen Mengen zum Trocknen aufgehängt. Die Ernte erfolgt per Hand, was wir nach dem Ende des Regens gut beobachten konnten.

Es hat übrigens ein paar Tage gedauert, bis wir das Rätsel gelöst hatten, was überhaupt angebaut wird. Die Pflanzen waren uns gänzlich unbekannt. Aufgeklärt hat uns schließlich eine Nachbarin, die 40 Jahre bei Bosch in Stuttgart gearbeitet hat und sich freute, mal wieder mit jemandem deutsch sprechen zu können. Wir haben auch ein paar Blätter im Auto zum Trocknen aufgehängt. Falls jemand Interesse an einer Kostprobe hat, kann er sich gerne melden 😉

Bevor wir uns auf die Weiterreise machten, nutzten wir noch das bessere Wetter für einen Besuch im Klettergebiet Treskavec, landschaftlich besonders lohnenden Granitblöcken in direkter Nähe eines Klosters auf 1.200 m Höhe.

3 Kommentare zu „Nordmazedonien – Auf den Spuren von König Marko

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