
Nachdem wir zuhause etwas gerügt wurden, dass der letzte Blogeintrag zu lange auf sich warten hat lassen, gibt’s heute gleich mal ein kurzes Update 😉
Am Dienstag gegen 14 Uhr machten wir uns mit unseren vier Rucksäcken (und zusammen gerade mal 32 Kilo Gepäck inklusive kompletter Kletterausrüstung) auf den Weg nach – Südafrika!
Der Flug bzw. die Flüge, da wir einen Zwischenstopp in Istanbul hatten, waren mit Turkish Airlines sehr entspannt. Die Reihen vor und hinter uns waren jeweils leer und mit Entertainmentprogramm und Verpflegung wurden wir bestens versorgt. Es gab sogar zweimal warmes Abendessen – eins davon um 3 Uhr Nachts, ist uns ein Rätsel, wie alle außer uns da Lust drauf hatten. Am Flughafen in Johannesburg holten wir gleich unseren Mietwagen ab und dann wurde es spannend, denn es hieß ab in den Linksverkehr 😀 Nach 2 1/2 Stunden Fahrt und insgesamt 28 Stunden Anreise erreichten wir schließlich am Mittwoch Abend Waterval Boven, unser Ziel für die nächste Woche. Es handelt sich dabei um einen kleinen Ort, der vermutlich fast ausschließlich bekannt dafür ist, dass sich dort DAS Klettergebiet Südafrikas befindet.

Vollbepackt geht’s los 
Unser chicker Renault Kwid 
Michi im kleinen Rechtslenker
Unsere Unterkunft hier ist wunderschön: ein (eigentlich viel zu großes) Haus im Kolonialstil mit 3 Schlafzimmern, Wohnzimmer, riesen Dusche und Terrasse zum Grillen. Der Grillplatz wird von den Südafrikanern Braai Area genannt und ist wirklich bei jeder noch so einfachen Unterkunft vorhanden. In unserem Haus gibt es jedoch ein kleines Manko: wir haben kein Wasser. Schon seit unserer Ankunft und mittlerweile seit vier Tagen. D.h. kein Abspülen, kein Duschen und auch keine Toilettenspülung. Unsere Nachbarn – und Eltern der Vermieter, die auch den lokalen Klettershop betreiben – sind so nett und lassen uns ab und an bei sich duschen und versorgen uns auch mit Wasserkanistern für das Nötigste. Gestern ging dann auch mal für 12 Stunden (und danach phasenweise) der Strom nicht. Aber hey, wir wollten ja Abenteuer oder wie die Einheimischen zu sagen pflegen: „This is africa.“ 😀

Unser Häuschen 
Wohnzimmer 
Küche 
Dusche 
Eines der Schlafzimmer 
Terrasse und Braai Area
Die Zeit, um uns vom Flug und Chrissi leider auch von der Erkältung, die sie sich auf diesem geholt hat, zu erholen, nutzten wir gleich mal, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen. So besuchten wir die „Supermärkte“, den Metzger, kauften Bier im Liquor Store und Michi ließ sich einen interessanten Haarschnitt verpassen.

Gemischtwarenladen 
mit integriertem Burgerladen 
Metzgertheke 
Das Fleisch wird frisch zerlegt 
Verkaufsfenster am Liquor Store 
Michi glücklich mit seiner neuen Frisur 😀
Und natürlich mussten wir auch sofort die Klettergebiete aufsuchen. Die ersten Klettertage verbrachten wir in Tranquilitas, einem etwa 15 Minuten entfernten Klettergebiet mit etlichen Sektoren und Hunderten von Routen. Der Weg dorthin gestaltet sich recht abenteuerlich, denn die mehr oder weniger eben geteerte Straße mündet schon bald in eine sog. Dirt Road, also eine nicht asphaltierte Straße aus Sand und Steinen, die teils erhebliche Schlaglöcher aufweist. Bei den Steigungen kommt der kleine Renault Kwid mit seinem 1 Liter Motor an seine Grenzen 😉
Die roten Sandsteinfelsen und Strukturen im Klettergebiet erinnern uns stark an Teneriffa, wo wir die letzten Jahre oft Zuflucht vor dem Winter gesucht hatten – also Kletterei ganz nach unserem Geschmack! Wirklich gefährliche Tiere gibt es hier in der Gegend übrigens nicht. Trotzdem sind wir ganz schön erschrocken, als gegen Abend die Schreie der Baboons (deutsch Paviane) durch den Wald unter den Felsen hallten. Auf dem Weg zurück zum Auto haben wir einige davon in ein paar hundert Metern Entfernung gesehen, näher möchte man diesen Riesenaffen dann doch nicht kommen 😉

Dirt road auf dem Weg ins Klettergebiet 
Ausblick während der Fahrt 
Und auch hier wieder die Müllproblematik 
Camp beim Klettergebiet (Tranquilitas Adventure Farm) 
Zustieg zu den Felsen 
Roter Sandstein
Danke, für die schönen Eindrücke von South Africa, ihr habt ja den Winter ausgelassen und seid gleich im Frühling angekommen, Willi und Roswitha.
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