Südafrika – Roadtrip von Nordost nach Südwest

 

Den ersten Zwischenstopp auf unserer Fahrt nach Kapstadt machten wir in den Drakensbergen, den Alpen Südafrikas, direkt an der Grenze zu Lesotho. Wetter technisch hatten wir hierfür bei 15 Grad und Regen leider kein großes Glück. Nichtsdestotrotz wagten wir es, die berühmte Chain Leddar Wanderung zu versuchen. Diese führt vom Start auf 2.500 Metern über 40 m Stahlleitern zum Gipfel des Sentinel (Sentinel Peak) auf über 3.000 Metern Höhe. Schon die Fahrt zum Startpunkt der Wanderung ist recht abenteuerlich: sie führt über 7 Kilometer über eine Dirt Road, die von Felsbrocken, einen halben Meter hohen Regenrinnen und Wasserlöchern unbestimmter Tiefe durchzogen ist. Die Fahrt ist nur als Shuttle in einem Allradfahrzeug möglich und selbst dem Fahrer sind, als wir heil oben angekommen waren, einige Seufzer der Erleichterung entfahren. Wir waren auch mit dem einzigen noch intakten Fahrzeug unterwegs 😀

Die Wanderung an sich startete zwar mit so gut wie keiner Sicht, war bei den angelegten und gesicherten Wegen jedoch ungefährlich. Über die Stahlleitern erreichten wir den Gipfel und danach noch die Tugela Falls, die mit 948 Metern Gefälle den zweithöchsten Wasserfall der Welt bilden. War vielleicht ganz gut, dass man am Abgrund nicht bis unten schauen konnte 😉

Auf dem Rückweg kam dann tatsächlich auch noch die Sonne zum Vorschein und wir wurden mit einer tollen Panoramasicht belohnt. 

Die nächsten Tage waren für uns geprägt von stundenlangen Autofahrten. Die Dimensionen im Landesinneren Südafrikas sind wirklich gewaltig! So kann es von Stadt zu Stadt gut mal Hunderte von Kilometern dauern und die Straßen durch die Ebene erscheinen endlos. Langweilig wurde es uns durch den Facettenreichtum des Landes, sich ständig wechselndes Wetter und Landschaften und die vielen neuen  Eindrücke trotzdem nicht. So staunten wir über den teils desaströsen Zustand der mit Schlaglöchern übersäten Straßen, das Leben der schwarzen Bevölkerung in den Townships am Straßenrand und die atemberaubende Natur. Besonders beeindruckend waren die Sandsteinformationen im Golden Gate Highlands National Park und natürlich auch der langersehnte erste Blick auf die Bilderbuchstrände bei Jeffreys Bay

Weiter ging es für uns entlang der berühmten Garden Route, einem Abschnitt der Nationalstraße N2 an der vom Indischen Ozean gebildeten Südküste Südafrikas. Und wieder änderte sich die Landschaft komplett. Die Straße ist von soviel Grün gesäumt, dass wir fast das Gefühl hatten, durch einen botanischen Garten zu fahren 😉

Das letzte Teilstück bis Kapstadt entschieden wir uns für die Landstraße direkt am Meer. Teilweise führte uns diese direkt durch Sanddünen und es boten sich spektakuläre Ausblicke auf die Küste. In Bettys Bay konnten wir sogar noch Pinguine aus direkter Nähe beobachten – für uns der beeindruckendste Abschnitt der kompletten Fahrt durch das Land.

So erreichten wir nach 7 Tagen, 2.400 Kilometern und gefühlt endlos vielen Stunden im Auto endlich Kapstadt.

Und dann kam die neue Corona-Variante Omikron. Vorab erstmal: keine Sorge, uns geht es gut! Hier im Land sind bisher noch keine weiteren Maßnahmen geplant und keine Zuspitzung der Lage zu spüren. Wir haben so gut wie keinen Kontakt zu anderen Menschen und fühlen uns nach wie vor sicher. 

Doch leider kam mit den neusten Entwicklungen auch das abrupte Aus für unsere bisherigen Pläne. Unser für den 6. Dezember geplante Flug nach Thailand wurde gecancelt und aktuell ist für uns eine Einreise in kein anderes Land außer Deutschland mehr möglich. Wir sehen derzeit keinen Sinn darin, panikartig das Land zu verlassen, hierfür einen Flug für mehrere Tausend Euro zu buchen und uns dann in Deutschland 14 Tage in Quarantäne zu begeben. Da bleiben wir lieber erstmal noch hier 😉 Was genau unsere weiteren Pläne sein werden wissen wir nicht. Wir werden aber auf jeden Fall die nächsten Tage bei Kapstadt verbringen, uns die dortigen Klettergebiete anschauen und die Lage weiter beobachten.  

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