Kambodscha – Siem Reap

Kambodscha. Land Nummer 11 auf unserer Reise. Ein bisschen schmunzeln mussten wir ja schon bei der Ankunft am Flughafen in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Der „International Airport“ hat circa die Größe des Bamberger Bahnhofs, die Check-In-Schalter waren allesamt geschlossen und auf der Anzeigetafel waren genau 5 Flüge für den kompletten Tag 🙂

Nach einem kurzen Inlandsflug erreichten wir unser erstes Ziel in Kambodscha: Siem Reap. Die Touristenstadt im nordwestlichen Teil Kambodschas gilt als Tor zu den Ruinen von Angkor – und ist gleichzeitig ein bei Backpackern beliebter Partyort. Ein seltsamer Kontrast. Ganz repräsentativ war das Bild jedoch nicht, das sich uns bot. In genau der Woche, in der auch wir vor Ort waren, wurde drei Tage lang das Khmer Neujahr (Songkran) gefeiert. Gefühlt ganz Kambodscha pilgert zu dieser Zeit nach Siem Reap, um an den Feierlichkeiten teilzuhaben. Europäer waren so gut wie keine zu sehen.

Was nicht heißt, dass in den Straßen nichts los war. Ganz im Gegenteil. Die komplette Innenstadt verwandelte sich in eine Art überdimensionale Sandkerwa mit unzähligen Essensständen, Bühnen, Paraden und lauter Musik an jeder Ecke. Die Neujahrsfeierlichkeiten sind besonders für Kinder und Jugendliche ein großes Highlight. Diese „bewaffnen“ sich mit Wasserspritzpistolen und Babypuder und verwandeln die komplette Stadt in ein großes Schlachtfeld – trocken und sauber bleibt an diesen Tagen keiner 😀 Was für ein Spektakel!

Zwei Tage lang waren wir mit unserem Fahrer Chivan im Angkor Archäologischen Park unterwegs. Noch immer sind wir fasziniert von den vielfältigen und beeindruckenden Tempelanlagen, von denen wir einen kleinen Teil besichtigten: 

Angkor Wat, die bekannteste Tempelanlage in der Region und herausragendes nationales Symbol, das repräsentativ für die Khmerkultur und das heutige kambodschanische Volk steht. 

Bayon, der Gesichtertempel, berühmt vor allem wegen seiner Türme mit meterhohen, aus Stein gemeißelten Gesichtern. 

Ta Prohm, der Dschungeltempel. Die aufgegebene Tempelanlage ist bekannt wegen ihres halbverfallenen Zustandes. Vegetation und herabgefallene Mauersteine wurden nur soweit entfernt und gesichert, dass es Besuchern möglich ist, die Anlage zu begehen. Besonders eindrucksvoll sind die Würgefeigen und die noch größeren Tetrameles nudiflora, deren Wurzeln ganze Gebäude überwachsen. Zusätzliche Bekanntheit erführ der Ort, da er als Drehort des Films Tomb Raider diente. 

Etwas außerhalb liegt Banteay Srei, der Affentempel, dessen Name „Zitadelle der Frauen“ bzw. „Zitadelle der Schönheit“ bedeutet. 

Pre Rup, der Shiva geweihte Pyramidentempel

Banteay Kdei, kleiner und weniger stark besuchter Tempel, der auch als Zitadelle der Mönche bekannt ist. 

Doch nicht nur die Tempel selbst, sondern auch der Weg zwischen diesen brachte uns zum Staunen und lieferte tolle Eindrücke von Land und Leuten.

Zum Schluss noch ein paar Funfacts zu Kambodscha:

Die offizielle Währung in Kambodscha ist Riel (1 Euro ≈ 4.000 Riel), am Geldautomaten erhält man aber lediglich USD. Auch Preisschilder sind i.d.R. in USD ausgezeichnet, gezahlt werden kann in beiden Währungen. Ganze Beträge ab einem Dollar werden in USD rausgegeben, kleinere in Riel. Am Ende hat man so einen wilden Mix aus beiden Währungen.

Besonders populär ist in Kambodscha auch „deutsches“ Bier. Aufdrucke wie Hergestellt von deutschen Braumeistern oder auch Finest German Brew sind auf fast allen populären Biermarken zu finden – meist mit etlichen Rechtschreibfehlern in der deutschen Aufschrift und nicht reinheitsgebotkonformen Zutaten wie Reis.

Wirkliche Verkehrsregeln gibt es nicht. Gefahren wird nach dem Prinzip „alles bleibt im Fluss“. Einscheren auf der Gegenfahrbahn und Überholen bei Gegenverkehr inklusive 🙂 

Ein Kommentar zu “Kambodscha – Siem Reap

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