Portugal – Durchs Landesinnere in den Norden

Nach den Felsformationen an der Algarve, die hauptsächlich durch ihre Optik bestechen, wurde es wieder Zeit für Felsen, an denen auch Klettern möglich ist. Wir fuhren weiter in die Gemeinde Reguengo do Fetal, die sich ziemlich genau in der Mitte Portugals befindet.

Die Region ist eher ländlich und dünn besiedelt. Tourismus und die entsprechende Infrastruktur wie Campingplätze etc. gibt es so gut wie keine. Wir mieteten uns für ein paar Tage in einem alten Anwesen mit mehreren Steinhäusern und 30 ha Land ein. In unserer Ferienwohnung im Herrenhaus mit hohen Decken und antiken Möbeln fühlten wir uns fast wie ehemaliger Landadel 😉

Umso überraschter waren wir, als wir eher durch Zufall an einem Pausetag im benachbarten Fátima landeten. Dabei handelt es sich nicht etwa um eine ganz normale Kleinstadt, sondern um einen der bedeutendsten Wallfahrtsorte der katholischen Kirche weltweit. So pilgerten z.B. im Jahre 2019 beachtliche 6,3 Millionen Gläubige zu dem Heiligtum, das seinen Ursprung in den Marienerscheinungen im Jahre 1917 hat. In Fátima befindet sich nicht nur die viertgrößte Kirche der Welt, sondern auch der weltweit größte Kirchenvorplatz.

Das Klettergebiet Reguengo do Fetal ist gut erschlossen und bietet ein paar nette Touren, die sich auch bei sommerlichen Temperaturen gut klettern lassen. Insgesamt ist es aber kein Highlight, weshalb wir uns nach ein paar Tagen dazu entschlossen, weiter zu ziehen.

Und dann folgte das absolute Highlight unseres Portugalaufenthalts: Porto. Was für eine tolle Stadt! Aushängeschild der Stadt ist der Bezirk Ribeira, das alte Hafenviertel, mit seinen malerisch bunten Häusern und engen Kopfsteinpflasterstraßen. In den zahlreichen Restaurants und Cafés entlang der Uferpromenade ist die lebendige und lebensfrohe Atmosphäre Portugals sofort zu spüren. Der beste Blick auf das bekannte Stadtviertel bietet sich von der doppelstöckigen Brücke Ponte Dom Luís I.

Auf der gegenüberliegenden Flussseite befindet sich Vila Nova de Gaia, das Zentrum der Portweinproduktion. Eine Führung durch einen der Portweinkeller ist dabei ein Muss. Und natürlich auch die anschließende fachmännische Portweinverkostung 😉

Das berühmteste Gericht Portos ist Francesinha, ein Sandwich, gefüllt mit so ziemlich allen Fleischarten die es gibt (oder mittlerweile auch vegetarischen Alternativen), bedeckt mit etlichen Scheiben Käse, getränkt in ca. 1 Liter würziger Sauce und gerne noch getoppt mit einem Spiegelei und garniert mit einer Ladung Pommes. Sagen wir so, die Meinungen darüber gingen auseinander. Satt macht es aber auf jeden Fall 😉

Und gut gestärkt sollte man bei einem Besuch in Porto auch sein, denn in der Altstadt geht es stetig auf und ab. Besonders sehenswert sind etwa die Kathedrale von Porto (Sé do Porto), die Igreja de Santo Ildefonso oder auch die Halle im Bahnhof São Bento, die mit ihren blauen Fliesen eher wie ein Kunstmuseum wirkt.

Doch damit nicht genug! Als Bonus bietet Porto bzw. Vila Nova de Gaia zudem noch kilometerlange Sandstrände, deren Promenade zum Joggen oder Spazieren einlädt. An der Küste zeigen die Wellen beeindruckend die Wucht des Atlantiks.

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