
Bekanntlich sollte man ja dann gehen, wenn es am schönsten ist. So beschlossen wir nach unserem Besuch in Porto das Land zu verlassen und unsere Reise entlang der spanischen Atlantikküste fortzusetzen.
Den ersten Stopp machten wir im Valdegovia, einer kleinen Gemeinde im Südwesten der Provinz Álava im Baskenland. Mit seinen knapp 1.000 Einwohnern ist die Gemeinde für die Allgemeinheit wahrscheinlich nicht von großer Bedeutung, anders allerdings für Kletterer, denn dort befindet sich eines der wenigen Sommerklettergebiete Spaniens. Die Kletterfelsen befinden sich auf ca. 700 Höhenmetern und besonders der Hauptsektor Campa besticht durch eine außergewöhnliche Kulisse: freistehend erhebt er sich über einer saftig grünen Bergwiese.




Auch wenn wir in Asien so ziemlich die Einzigen waren, die Strecken zu Fuß zurücklegten (und dafür permanent skeptische Blicke und Mitfahrangebote erhielten), hatten unsere Beinmuskeln in den letzten Monaten doch eher wenig zu tun. Zeit das wieder zu ändern! Passend dazu besteht schon der Zustieg zum Klettergebiet in Valdegovia aus 25 Minuten kontinuierlichem Bergauf, was bei über 30 Grad und Klettergepäck durchaus schon anstrengend werden kann. Wollten wir am ersten Tag am liebsten gleich das Handtuch werfen, so wurde der Aufstieg aber tatsächlich von Tag zu Tag leichter. Top motiviert nutzten wir sogar auch noch die Pausetage für ausgedehnte Wanderungen in der näheren Umgebung und im Naturpark Valderejo.









Nach 10 Tagen Klettern und Wandern war es aber dann doch genug und wir gönnten unseren erschöpften Körpern eine kleine Auszeit. Als Ziel wählten wir dafür San Sebastián, gerühmt als „baskisches Nizza“ oder „Perle unter Spaniens Küstenstädten“. Bekannt ist es vor allem für seine feinsandigen Strände, kulturelle Highlights und weltberühmte Restaurants. Tja, und dann standen wir da bei 15 Grad und Regen…



Am nächsten Tag hatten wir wettertechnisch mehr Glück und konnten die Stadt erkunden. Eingefasst von den beiden Aussichtsbergen Monte Igeldo und Monte Urgull zieht sich San Sebastián sichelförmig geschwungen um die Muschelbucht (Bahía de la Concha). Auf den Monte Igeldo im Westen führt die historische Zahnradbahn Funicular. Am Gipfel befindet sich ein Vergnügungspark mit Buden und Fahrgeschäften wie aus den 50er Jahren. Eine kleine Zeitreise inmitten der Stadt.









Was im restlichen Spanien Tapas sind, sind in San Sebastián Pinxtos (gesprochen Pintschoss): regionale Mini-Spezialitäten, die in der gepflasterten Altstadt (Parte Vieja) in den beliebten Pinxtos-Bars mit lokalen Weinen genossen werden.



Nach zwei Tagen Sightseeing und langen Klamotten hatten wir wieder genug und machten uns vom Baskenland auf in die autonome Gemeinschaft Aragonien.
Als letztes spanisches Klettergebiet stand Rodellar auf unserer Reiseliste. Auch dieses wieder irgendwo im Nirgendwo im spanischen Hinterland. Die an das kleine Örtchen Rodellar angrenzende Schlucht ist besonders beliebt bei Outdoorsportlern zum Klettern, Wandern und Canyoning. Der vorrangige Stil der Kletterei ist kräftige Sinterkletterei, also an einer Art überhängender tropfsteinartiger Kalkablagerungen. Durch die große Beliebtheit des Gebiets und die damit verbundene starke Frequentierung sind die Routen leider zum größten Teil sehr poliert – der Fels bekommt mit der Zeit eine fast marmorartige Oberfläche. Für die Kletterer unter euch: Wem Arco zu rauh ist, der sollte nach Rodellar kommen 😉









Anders als geplant bleiben wir doch nur eine Woche in Rodellar und machten uns stattdessen auf in Land Nummer 15 auf unserer Reise. Welches verraten wir euch dann im nächsten Blogeintrag 🙂
Sehr schön, das Baskenland, wenn wir nach Spanien fahren, ist das auf unserer Route, Danke für die Anregung. Schöne Grüße aus Hagenau. Willi und Roswitha
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Ach ja schön, freut uns! Hoffen, dass es euch dann genauso gut gefällt!
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